Start
Auswirkungen des Brexit auf den Finanzplatz München
Sektorielle Analyse: Banken, Asset Management, Versicherung, Fondsverwaltung und FinTech. Wo München von der Brexit-Umschichtung profitiert hat, wo Frankfurt, Paris und Dublin vorgezogen wurden — und warum die Bayerische Hauptstadt trotz des geringeren Anteils an „hard Brexit"-Relocations ein strukturell gestärkter Finanzplatz ist.
Zugänge und Expansion 2017–2026
Chronik der Neuansiedlungen und Ausweitungen am Finanzplatz München: neue BaFin-lizensierte Brokerhäuser, Expansion von Asset Managern (PIMCO, Allianz Global Investors, MEAG), Aufbau des Münchner FinTech-Clusters (Scalable Capital, wefox, Trade Republic-Tochtergesellschaften) und die Rolle der beiden Münchner Großbanken.
Brexit-Chronologie 2016–2026
Der Verlauf des Brexit-Prozesses: vom Referendum vom 23. Juni 2016 über das Withdrawal Agreement und das Trade and Cooperation Agreement bis zum aktuellen Zustand der regulatorischen Divergenz zwischen EU und UK 2026 — einschließlich der gescheiterten Äquivalenzregelung für Finanzdienstleistungen.
Wer schreibt diese Seiten
Persönliche Publikation von Dr. Thomas Prüm, Rechtsanwalt in Frankfurt am Main; CSU-Mitglied; bei der Panel-Diskussion im Arkadensaal der BayernLB am 6. November 2017 als Mitinitiator der Debatte beteiligt.
Kennzahlen zum Finanzplatz München · 2025 / 2026
Worum es geht — und worum nicht
Brexit & Finanzplatz.München ist die Fortsetzung einer Diskussion, die 2017 in München mit der Frage begann: Nutzt der Finanzstandort München die Jahrhundertchance, die sich durch den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU ergibt — und soll er sie überhaupt nutzen? Heute, neun Jahre nach dem Referendum und sechs Jahre nach dem faktischen Austritt, lässt sich eine differenzierte Zwischenbilanz ziehen.
Die Antwort fällt nüchterner aus als die Erwartungen von 2017. Frankfurt hat den Großteil der sichtbaren Relocations an sich gezogen (JPMorgan, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Citi, Nomura, Daiwa, BoA, SMBC). Paris hat das Investment Banking für den südeuropäischen Raum stark ausgebaut. Dublin und Luxemburg haben die Fondsadministration dominiert. Und Amsterdam ist überraschend zum neuen Hub für europäischen Aktienhandel (Cboe Europe, Turquoise) geworden. München hat — im Verhältnis zur medialen Aufmerksamkeit — wenig unmittelbar durch Brexit gewonnen.
Die Münchner Stärke lag und liegt woanders: in einer der größten Versicherungskonzentrationen Europas (Allianz, Munich Re), einer breiten Asset-Management-Basis (PIMCO Europa-HQ, Allianz Global Investors, MEAG, DWS-Präsenz), einem wachsenden FinTech-Ökosystem und den beiden auf europäischer Ebene relevanten Banken HypoVereinsbank/UniCredit und BayernLB. Gerade dieser breite, institutionell getragene Charakter des Finanzplatzes hat München vor der umgekehrten Entwicklung bewahrt, die einige Frankfurter Analysten 2017 befürchteten: dass Geschäft aus München nach Frankfurt abfließen würde.
Diese Notizen sind keine Rechtsberatung und begründen kein Mandatsverhältnis. Für den vollständigen rechtlichen Hinweis siehe den Disclaimer.
Aktuelle Notizen
-
2026-04-21Bestandsaufnahme
Der Finanzplatz München nach dem Brexit — eine Zwischenbilanz nach neun Jahren
Sektorielle Analyse zu Banken, Versicherung, Asset Management, Fondsbranche und FinTech. Welche der 2017 im Arkadensaal diskutierten Szenarien sich bestätigt haben, welche nicht, und wo die strukturellen Vorteile Münchens gegenüber Frankfurt, Paris, Dublin und Amsterdam heute liegen.
-
2026-04-21Wachstum
Zugänge am Finanzplatz München 2017–2026 — eine Chronik
Von Scalable Capital über PIMCOs Ausbau der European Credit Platform bis zur BlackRock-Gruppe: wer sich seit dem Brexit-Referendum neu in München angesiedelt oder seine Präsenz deutlich erweitert hat. Einschließlich der FinTech-Welle und der institutionellen Investoren (Apollo, KKR, Ares).
-
2026-04-21Hintergrund
Die Brexit-Chronologie und die Äquivalenz-Frage
Warum die EU bis heute keine dauerhafte Äquivalenzentscheidung für UK-Finanzdienstleistungen getroffen hat — und warum das die tragende Geschäftsgrundlage für die Brexit-bedingten Relocations ist, die in den vergangenen neun Jahren nach Kontinentaleuropa geflossen sind.